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Stuttgarter Nachrichten
  Adresse: www.stuttgarter-nachrichten.de  
  Datum: 2009-12-19  
  Kategorie: Gesundheit  
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Italiener wird durchs Handy krank
Richter halten Elektrosmog für gesundheitsschädlich

"Auszug" aus einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten vom 18.12.2009:

Man soll es nicht zu lang in der Hosentasche tragen oder in der Brusttasche einer Jacke oder eines Jacketts. Kinder unter zwölf Jahren sollten es gar nicht erst in die Hände bekommen, und überhaupt sollte man sein Handy möglichst selten benutzen. Dass Mobiltelefone gesundheitsschädlich sein sollen, ist allenthalben zu hören oder zu lesen. Auch ein Gericht im norditalienischen Brescia hat nun in erster Instanz entschieden, dass langes und häufiges Telefonieren mit dem Telefonino, wie das Handy in Italien genannt wird, Krankheiten verursachen kann.

Den gesamten Artikel finden Sie unter dem angegebenen Link der Stuttgarter Nachrichten.

Die Richter sind davon überzeugt, dass Innocente Marcolini durch den ständigen Umgang mit seinem Handy während der Arbeitszeit ein gutartiger Tumor im Bereich des linken Ohres gewachsen sei. Der 57-jährige ehemalige Angestellte eines multinationalen Unternehmens musste sich deshalb einer aufwendigen Operation unterziehen. Dem Gericht zufolge habe der Kläger Anspruch auf die Anerkennung einer am Arbeitsplatz verursachten Krankheit.

"Ich sprach fast jeden Tag rund fünf Stunden am Handy", erklärte Marcolini gegenüber italienischen Medien. Er sei ständig unterwegs gewesen. "Das Handy war mein Kontakt zur Außenwelt, zu den Kollegen und Kunden." Auch Marcolinis Arzt sowie die Gutachter des Gerichts sind davon überzeugt, dass der Mann viel zu lange den elektromagnetischen Wellen eines Mobiltelefons ausgesetzt gewesen sei.

Einer der beiden konsultierten Mediziner ist der bekannte italienische Onkologe Angelo Gino Levis von der Universität in Padua. "Das ist ein ganz wichtiges Urteil, zum ersten Mal überhaupt bezieht ein Gericht Position, definiert einen direkten Bezug zwischen dem Gebrauch eines Mobiltelefons und einer daraus entstandenen Krankheit." Levis stand während des Prozesses auch in Kontakt mit Professor Lennart Hardell vom Universitätskrankenhaus im schwedischen Orebro, einem der weltweit angesehensten Experten in Sachen elektromagnetischer Strahlung durch Handys. Auch er habe die These eines direkten Zusammenhangs bestätigt, so Levis.

Der italienische Richterbund befürchtet, dass künftig viele Italiener versuchen werden, eine Berufskrankheit aufgrund intensiven Handygebrauchs vor Gericht durchzusetzen.

Mobiltelefone erfreuen sich gerade in Italien großer Beliebtheit. Neben den USA gibt es kein anderes Land auf der Welt, in dem es so viele Handys im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gibt. Schätzungen zufolge werden in dem Mittelmeerstaat circa 30 Millionen solcher Telefone benutzt. Mit "nicht abschätzbaren Folgen für die Gesundheit", so Professor Levis.

Der Arbeitgeber von Innocenzo Marcolini will das Urteil nicht akzeptieren. Statt seinem ehemaligen Mitarbeiter eine Entschädigung zu zahlen, will der Konzern in Berufung gehen.

 

    
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